Leibniz-Institut für
Ostseeforschung Warnemünde
Was wir tun
Forschungshintergrund
Trockengelegte Moore wurden in der Regel jahrzehntelang intensiv oder extensiv landwirtschaftlich genutzt. Sie sind für hohe Treibhausgasemissionen verantwortlich, welche durch Wiedervernässung reduziert werden können. Gleichzeitig ist es möglich, dass durch die Wiedervernässung auch Nährstoffemissionen entstehen, da der trockengelegte Torfkörper Nährstoffe frei gibt, die in das darüberstehende Wasser und die Küste gelangen können. Die überschüssigen Nährstoffe könnten somit die Eutrophierung vorantreiben. Wie viele Nährstoffe freigesetzt werden hängt aber von vielen Faktoren ab:
Wie lange liegt das Moor schon trocken?
Wie wurde die Fläche vorher genutzt? Wurde intensiv gedüngt?
Welche Pflanzenarten sind auf der Fläche zu finden?
Wie hoch ist die Denitrifizierungsleistung?
Die was…? Bei der Denitrifizierung, einem von Bakterien ausgeführten Prozess, wird Nitrat im Boden zu elementarem Stickstoff umgewandelt (NO₃ -> N₂), der bereits 78 % unserer Luft ausmacht und für die meisten Lebewesen nicht als Nährstoff nutzbar ist. Durch Denitrifizierung werden also stickstoffhaltige Nährstoffe dauerhaft aus dem System entfernt, sodass diese nicht zur Überdüngung der Gewässer beitragen können.
Unsere Aufgabe im Projekt
Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitforschung des IOW werden die Stickstoffemissionen und -umsätze an ausgewählten Standorten systematisch erfasst und quantifiziert. Vor, während und mehrere Jahre nach der Wiedervernässung erfolgen regelmäßige Probenahmen. Es werden Nährstoffkonzentrationen und –entfernungsraten (Denitrifikationsraten) und viele Begleitparameter im Boden und im Wasser bestimmt.
Am Ende des Projekts werden vergleichende Mehrjahresbeobachtungen Aussagen über die tatsächliche Emissionsminderung durch Wiedervernässung auf Küstenmooren ermöglichen und verschiedene Strategien zur Moorrenaturierung und deren Klimawirkung aufzeigen.
Unser Team
Beteiligte Wissenschaftlerinnen
Prof. Dr. Maren Voß
Marens Arbeit dreht sich vor allem um Umsätze und die Biogeochemie des marinen Stickstoffkreislaufs. In der Ostsee konzentriert sie sich unter anderem auf Prozesse in der Küste und in Flussmündungen und untersucht Stoffeinträge von Land, beispielsweise aus wiedervernässten Küstenmooren. Sie leitet das Projekt am IOW.
Dr. Sophie Kache
Sophie ist marine Biogeochemikerin und arbeitet als PostDoc am IOW. Ihr Wissen aus dem marinen Stickstoffkreislauf wendet sie nun in den zuvernässenden Poldern an. Im Projekt ist sie hauptverantwortlich für die Probenahme und -aufarbeitung sowie die Auswertung der Daten.
Aktuelle Student*innen
Kaja Müller
Kaja studiert LENC (Landscape Ecology and Nature Conservation) an der Universität Greifswald und schreibt ihre Masterarbeit am IOW. In dieser beschäftigt sie sich mit dem Einfluss verschiedener Biotoptypen auf die Nährstofffreisetzung aus dem Boden und die Denitrifizierungsraten. Mithilfe ihrer Ergebnisse wollen wir abschätzen, welche Biotoptypen die Nährstoffemissionen während einer Wiedervernässung am besten reduzieren.