Ein Verbundprojekt der OSTSEESTIFTUNG, des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde und der Universität Greifswald
Moorklimaschutz an der Ostseeküste
Modellprojekt im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz
Wir renaturieren Moore
Ziel des Projekts
Im Rahmen des Verbundvorhabens „Moorklimaschutz an der Ostseeküste“ werden eingedeichte Küstenmoore (Küstenpolder) umfassend restauriert. Entlang der Küste Mecklenburg-Vorpommerns (zwischen Rostock und der polnischen Ostseeküste) werden bis 2034 mehrere Küstenmoor-Abschnitte mit einer Größe von insgesamt 850 Hektar wieder der natürlichen Überflutungsdynamik der Ostsee bzw. der Boddengewässer übergeben.
In den ersten Jahren werden die Restaurationsplanungen für alle Vorhabengebiete abgeschlossen. Wichtig dafür sind möglichst einvernehmliche Lösungen zwischen allen Beteiligten, die die Interessen der Gemeinden, Eigentümer*innen und Landwirt*innen ausgewogen berücksichtigen. Im Fokus stehen zudem Deichbaumaßnahmen zur Rückverlegung von Deichen, die auch dem Hochwasserschutz zugute kommen.
Mit der Restauration von 850 Hektar Küstenmooren werden die klimaschädlichen Emissionen der abgetrockneten Moorkörper um bis zu 15.000 bis 25.000 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr vermindert. Die Stabilität dieser Ökosysteme verbessert sich signifikant und langfristig.
(c) Andreas Krone / OSTSEESTIFTUNG
(c) Andreas Krone / OSTSEESTIFTUNG
Klimaschutz durch renaturierte Moore
Umfassende Begleitforschung durch die Verbundpartner des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) und der Universität Greifswald gestatten Aussagen zu den realen klimarelevanten Effekten der Stoff- und Klimagasemissionen vor und nach einer Moorrestauration.
Neben den zu erwartenden Klimaschutzwirkungen werden auf den restaurierten Moorflächen Daten zu wichtigen Ökosystemleistungen wie Moorwachstum und Sedimentakkumulation, Hochwasserschutz und Nährstoffrückhalt, Grundwasserneubildung und Biodiversitätszuwachs gesammelt.
Diese langjährig erhobenen Datenreihen erlauben künftig eine gezielte Herangehensweise an die Restauration von Küstenmooren mit berechenbaren Auswirkungen für den Klima- und Naturschutz.
Das Modellvorhaben „Moorklimaschutz an der Ostseeküste“ wird im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) durch das BfN mit Mitteln des BMUKN gefördert. Weiterer Fördermittelgeber ist das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern.
(c) Andreas Krone / OSTSEESTIFTUNG
(c) I. Gummert / OSTSEESTIFTUNG
Projektdetails
Projektleitung
Verbundpartner*innen
Status
aktiv
Gesamtkosten
29,9 Mio €
Laufzeit
03/2024 – 3/2034
Finanzierung
durch Bund, Land und Stiftungsmittel
Ansprechpartner:innen
Georg Nikelski
Geschäftsführender Vorstand OSTSEESTIFTUNG - Projektleitung
- 03834/887 89 42
- 0173/213 40 64
- nikelski@ostseestiftung.de
Prof. Dr. Maren Voß
Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) - Begleitforschung
- 0381/5197 209
- maren.voss@iow.de
Dr. Carolin Waldemer
Universität Greifswald - Begleitforschung
- 03834 420 4173
- carolin.waldemer@uni-greifswald.de
12 Küstenmoore. Ein Ziel
Kartenansicht | Vorhaben, die zur Genehmigung bei den jeweiligen Landkreisen eingereicht wurden
Weitere Standorte in Vorbereitung
- Polder Kamig, Genehmigungsplanung in Bearbeitung
- Polder Ganschwitz, Vorplanung liegt vor
- Polder Liepgarten, positiver Beschluss der Gemeindevertretung liegt vor
Warum restaurieren wir Moore?
Vorteile von renaturierten Küstenmooren
Unser Ziel ist es, entlang der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns zwölf trockengelegte Küstenmoore mit zusammen rund 850 Hektar bis 2034 zu restaurieren und wieder an die natürlichen Wasserstände von Ostsee und Bodden anzubinden. Die ehemals trockenen gefallen Flächen können auf diese Weise wieder ihre Funktion als natürliche Kohlenstoffspeicher wahrnehmen und leisten einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz.
Zudem bieten Küstenmoore wichtige Brut- und Rastplätze für viele Vogelarten, lebenswichtige Habitate für Amphibien und Fische sowie Lebensräume für seltene Pflanzen – ein Naturraum, auf den wir nicht verzichten können.
Klimaschutz
Nasse und wiedervernässte Küstenmoore speichern große Mengen Kohlenstoff und vermeiden klimaschädliche CO₂-Emissionen aus trockengelegten Mooren.
Biodiversität
Küstenmoore sind wertvolle Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten sowie wichtige Brut- und Rastgebiete für viele Vogelarten.
Hochwasser- und Küstenschutz
Durch Renaturierung und angepasste Deichlinien entsteht zusätzlicher Überflutungsraum, der Hochwasser abpuffert und den Küstenschutz stärkt.
Naherholung und Tourismus
Renaturierte Küstenmoore schaffen besondere Naturerlebnisse zwischen Wasser und Land. Sie werden zu wichtigen Rastplätzen für Zugvögel und bieten ideale Orte für Naturbeobachtung sowie neue Erholungsräume für die Küstenregion.
Forschung
Treibhausgasemissionen, Kohlenstoffspeicherung und Nährstoffdynamik - Was wir untersuchen
Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) und die Universität Greifswald begleiten die Renaturierungsmaßnahmen wissenschaftlich. Ziel ist es, an ausgewählten Referenzstandorten die Effekte der verschiedenen Renaturierungsansätze unter den standortspezifischen Umweltbedingungen zu verstehen. Dabei liegt der Fokus des IOWs auf den Nährstoffflüssen bzw. der Stoffverlagerung in den sich wandelnden Ökosystemen, während die Universität Greifswald die klimarelevanten Effekte der Küstenmoorrenaturierung untersucht. Neben dem Monitoring des Treibhausgas-Austausches werden weitere Ökosystemleistungen wie Torfwachstum, Sedimentakkumulation und Nährstoffrückhalt untersucht. Die langjährig erhobenen Datenreihen erlauben künftig ein verbessertes Management der Renaturierung von Küstenmooren mit kalkulierbaren Auswirkungen für den Klima- und Naturschutz.

Universität Greifswald
Begleitforschung zur Freisetzung der Treibhausgase Kohlenstoffdioxid (CO₂), Methan (CH₄) und Lachgas (N₂O) vor, während und nach den verschiedenen Renaturierungsmaßnahmen.

Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde
Das IOW erkundet als außeruniversitäre Forschungseinrichtung die Ökosysteme von Küsten- und Randmeeren mit dem Schwerpunkt Ostsee - einem der größten Brackwassermeere der Erde.
(c) I. Gummert / OSTSEESTIFTUNG
Erfahren Sie mehr über Moorklimaschutz
Ergebnisse und Publikationen
Was bringt Moorklimaschutz an der Ostseeküste ganz konkret? Im Bereich „Ergebnisse & Publikationen“ werden nach und nach Berichte, anschauliche Zusammenfassungen, Daten, Grafiken und Bilder zum Download bereitgestellt – verständlich erklärt und auf den Punkt gebracht.
(c) I. Gummert / OSTSEESTIFTUNG
Unsere neusten Publikationen
Aktuelles
Update aus den Küstenmooren

Exkursion ins Moor am Bodstedter Bodden mit Kolleg*innen des Greifswald Moor Centrums und des Instituts für Ostseeforschung Warnemünde
Am 04.06.2025 fand eine Fachexkursion mit Mitgliedern des Greifswald Moor Centrums (GMC) und des Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) in

Gelungener Auftakt des Verbundvorhabens „Moorklimaschutz an der Ostseeküste“
Bundesumweltministerin Steffi Lemke besuchte am 4. Oktober 2024 gemeinsam mit Klimaschutz- und Umweltminister Dr. Till Backhaus die restaurierte Polderfläche in