Universität Greifswald

Begleitforschung

Universität Greifswald im Projekt „Moorklimaschutz an der Ostseeküste“

Im Rahmen des Verbundprojekts „Moorklimaschutz an der Ostseeküste“ werden in Mecklenburg-Vorpommern rund 850 ha Küstenmoorfläche im Zeitraum 2024 bis 2034 wiedervernässt. Durch diese Renaturierungsmaßnahmen sollen klimaschädliche Emissionen um etwa 15.000 bis 25.000 t CO-Äquivalente pro Jahr reduziert werden. Da weiterhin erhebliche Wissenslücken und Unsicherheiten darüber bestehen, wie sich die Ökosysteme unter den standortspezifischen Bedingungen und bei unterschiedlichen Renaturierungsansätzen entwickeln und wie schnell sich wieder torfbildende Verhältnisse einstellen, übernimmt die Universität Greifswald, Partner im Greifswald Moor Centrum, die wissenschaftliche Begleitforschung zur Klimawirksamkeit der Maßnahmen.

Hierzu werden Treibhausgasemissionen ausgewählter Referenzflächen vor, während und nach der Wiedervernässung mit Hilfe von Eddy-Covariance-Messungen erfasst. Ergänzend untersuchen wir die zugrunde liegenden biogeochemischen und physikalischen Prozesse sowie deren Wechselwirkungen. Ziel ist es, die erzielten Emissionsminderungen wissenschaftlich zu belegen und die Mechanismen, die diese Veränderungen steuern, besser zu verstehen.

Bis sich nach Anhebung des Wasserspiegels ein neues Ökosystem mit entsprechend angepasster Vegetation eingestellt hat, können vorübergehend erhebliche Treibhausgasemissionen freigesetzt werden. Um diese Übergangsphasen möglichst zu minimieren, werden im Projekt „Moorklimaschutz an der Ostseeküste“ unterschiedliche Renaturierungsansätze verfolgt und Standorte mit unterschiedlichen Ausgangs- und Umweltbedingungen wissenschaftlich begleitet. Dabei analysieren wir gezielt die Zusammenhänge und Mechanismen, die die Höhe und Dynamik der Treibhausgasemissionen beeinflussen.

Auf dieser Grundlage wollen wir verlässlichere Emissionsabschätzungen für geplante Renaturierungsmaßnahmen ermöglichen und Handlungsempfehlungen für zukünftige Projekte ableiten. So tragen wir dazu bei, bestehende Wissenslücken zu schließen und den Kosten der Wiedervernässung einen möglichst belastbaren Emissionsrückgang gegenüberzustellen.

Eddy-Turm, (c) Carolin Waldemer
Eddy-Kovarianz-Messturm

Forschungs­schwerpunkt

Wir untersuchen den Austausch der klimarelevanten Treibhausgase Kohlenstoffdioxid (CO), Methan (CH) und Lachgas (NO) zwischen Ökosystem und Atmosphäre mittels Eddy-Covariance-Messungen auf Ökosystem-Ebene sowie mit Haubenmessungen, die es erlauben, kleinräumigere Unterschiede zu quantifizieren. Unser Fokus liegt dabei auch auf spezifischen Emissionsmechanismen und -dynamiken. Darüber hinaus untersuchen wir die biogeochemischen und physikalischen Einflussfaktoren und Prozesse, die das Emissionsverhalten der Ökosysteme bestimmen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vegetationsentwicklung und der Kohlenstoffdynamik im Untergrund. Dabei untersuchen wir, wie viel Kohlenstoff im System gespeichert ist und wie sich dieser Speicher mit der Renaturierung verändert. Dazu schätzen wir die ober- und unterirdische Kohlenstofffestlegung über die Ermittlung der abgestorbenen Biomasse, der Akkumulation von Sedimenten sowie der lateralen Materialverfrachtung durch Wasserbewegungen ab.

Unsere Ergebnisse liefern die wissenschaftliche Grundlage, um Standortfaktoren und Renaturierungsstrategien besser zu bewerten und praxisnahe Empfehlungen für die Wiedervernässung entwässerter Küstenmoore abzuleiten. Gleichzeitig leisten sie einen essenziellen Beitrag zur Einordnung solcher Maßnahmen im Kontext des Klimaschutzes.

Weitere Informationen zum Lehrstuhl Moorforschung

Standortname Polder 1

Standortadresse 13,
12345 Standortstadt

Info zum Projektstand