Standorte und Maßnahmen

Polder Fuhlendorf

Wiedervernässung des Polders

Beschreibung des Renaturierungsprojekts "Polder Fuhlendorf"

Polder Fuhlendorf wird heute das Moor genannt, das über die Jahrtausende zwischen den Orten Fuhlendorf und Michaelsdorf entstanden ist. Geschützt in der Darß-Zingster Boddenkette liegend, ist in den Randbereichen des Redensees Torf aufgewachsen – teils mehrere Meter hoch.
Seit vielen Jahrzehnten ist das Moor gepoldert, also durch einen Außendeich an der Wasserkante entlang vom Bodden abgekoppelt. Das Moor ist von einem künstlichen Grabensystem durchzogen. Mittels eines Schöpfwerks am Deich, kann der Wasserstand im Polder so weit abgesenkt werden, dass die Flächen auch mit Landmaschinen befahrbar sind. Die Entwässerung im Moor führt u.a. zu fortwährendem Höhenverlust und immensen Treibhausgasemissionen.

Auch Polder Fuhlendorf hat durch die jahrzehntelange Entwässerung an Höhe verloren und liegt nun in vielen Bereichen bereits knapp unterhalb des mittleren Wasserstandes des Boddens. Der Zustand des Entwässerungssystems – dazu zählen das Schöpfwerk und der Außendeich – wird als schlecht eingeschätzt.

In den vergangenen Jahren wurden die Flächen im Polder Fuhlendorf von lokalen Betrieben für die Weidehaltung und zur Mahd genutzt. Teilweise haben sich Landwirte wegen der schlechten Futterqualität der tief gesackten Moorflächen bereits aus der Bewirtschaftung zurückgezogen.

Im Hinblick auf die ökologischen Probleme und den schlechten Zustand der Infrastruktur hat sich die Gemeinde Fuhlendorf daher 2021 entschieden, die Renaturierung des Polders Fuhlendorf anzustoßen. Die Naturschutzstiftung Deutsche Ostsee – OSTSEESTIFTUNG konnte für das Vorhaben der Renaturierung als Projektträgerin gewonnen werden. Ziel der Renaturierung ist die Wiederherstellung des natürlichen Überflutungsregimes und die Revitalisierung des tiefgründigen Moores. Damit verbunden entstehen wertvolle Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten. Mit der Rückkehr des Wassers in das Moor wird die andauernde Zerstörung des Torfes im Oberboden – Ursache für die Treibhausgasemissionen – beendet.

Verbunden mit der Renaturierung des Polders Fuhlendorf sind verschiedene Baumaßnahmen. Das Ende des Schöpfens und der teilweise Rückbau des Außendeichs machen an verschiedenen Zwangspunkten die Sicherung des Hinterlandes notwendig. Dazu zählen eine Verwallung der Zufahrtsstraße nach Michaelsdorf und die Anhebung des Kläranlagenauslaufs in Michaelsdorf. Auch ist die Errichtung eines Riegeldeichs zur Trennung des Polders Fuhlendorf nach Norden hin vorgesehen. Durch die Renaturierung des Polders Fuhlendorf bleibt dabei das momentane Hochwasserschutzniveau bestehen.

Die Renaturierung wird durch die Universität Greifswald sowie das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) wissenschaftlich begleitet, die Untersuchungen in Bezug auf die Treibhausgase und die Nährstoffströme durchführen. Das Verfahren befindet sich im wasserrechtlichen Genehmigungsprozess und ist für das zweite Halbjahr 2027 mit der Umsetzung vorgesehen.

In Fuhlendorf entsteht damit perspektivisch ein Mosaik aus Flachwasserzonen und Pflanzenbewuchs, Nahrungsquelle für Hechte, Rast- und Brutvögel und natürlicher Lebensraum zwischen Land und Wasser.

Fakten zu Polder Fuhlendorf

Projektstart

März 2024, Vorarbeiten seit 2021

Flächengröße

109 ha

Status

Genehmigungsverfahren

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Bild von Max Mustermann

Max Mustermann

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Standortname Polder 1

Standortadresse 13,
12345 Standortstadt

Info zum Projektstand